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Bauchtanz, der Tanz aus dem Orient
Die Geschichte des Bauchtanzes erstreckt sich
über einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden. Er ist, wie jeder
traditionelle Tanz, auf religiös-rituelle Ursprünge zurückzuführen. Diese
rituellen Tänze fanden meistens in der Gemeinschaft statt. Prähistorische
Darstellungen von bauchtanzenden Frauen belegen, dass er in verschiedenen
Formen auf der ganzen Welt existierte. Seine Verbreitung reicht von Indien
über den Nahen Osten und Nordafrika bis nach Spanien und Südamerika.
Vermutlich wurde er von Zigeunern als Relikt uralter Fruchtbarkeits- und
Geburtstänze tradiert.
Dann entwickelte er sich, hauptsächlich im
Orient, zum Volkstanz und schließlich zur Kunstform des orientalischen
Tanzes, der von Profitänzerinnen ausgeübt wurde und wird.
Doch seine Ursprünglichkeit ist diesem Tanz
immer noch anzumerken. Er ist ein „Frauentanz“ obwohl ihn auch Männer
meisterhaft ausführen können.
Entscheidend ist beim Bauchtanz ein
faszinierendes Körpergefühl. Die Erotik, die Sinnlichkeit, der Einklang von
Körper und Geist und viele weitere Aspekte geben diesem Tanz etwas
Besonderes, etwas Einzigartiges.
Das Wort „Bauchtanz“ wurde von Europäern
geprägt, die im 19. Jahrhundert in orientalische Länder reisten. In der
arabischen Welt wird der Tanz „Raqs Sharqi“ (Tanz des Ostens) und „Raqs
Baladi“ genannt. Aufgrund der wörtlichen Übersetzung „Tanz des Ostens“, ist
die Bezeichnung „Orientalischer Tanz“ korrekt.
Als „Raqs Baladi“ bezeichnet man den Tanz der
Frauen, der Kinder, der einfachen Tänzerinnen auf Familien- und
Straßenfesten. Er ist der Tanz des Volkes, er spiegelt die Seele des Volkes
wider. Durch ihn können gleichermaßen Lebensfreude, Sehnsucht und Schmerz
ausgedrückt werden. Der „Raqs Sharqi“ wird im Prinzip mit den gleichen
Bewegungen getanzt, nur verfeinert, vielfältiger im Repertoire und auf einem
weitaus höheren künstlerischen Niveau. |